Wasserwacht und DLRG gemeinsam mit Booten auf dem Eixi zur Ausbildung

Die Bestrebung, immer besser im Bereich der Wasserrettung und Unterwasserortung zu werden, trafen sich die Wasserwacht Cham, DLRG Rötz und Wasserwacht Neunburg v. Wald vor zwei Wochen am Eixendorfer See.

Eine größere Abstimmungsrunde war nicht notwendig, denn alle beteiligten Wasserrettungsorganisationen sind enorm motiviert. So dann lud Alexander Schramm, Leiter SEG Unterwasserortung der Wasserwacht Cham, ein, um den Eixendorfer See zu vermessen. Das Ziel ist es einmal eine Unterwasserkarte aufzubauen. Auf der anderen Seite möchte Schramm Sonardaten haben, um zu wissen: was ist im Gewässer drin. Bei einem Einsatz würde über eine Wasserstelle gefahren, ein Objekt gefunden. Mit den gesammelten Daten kann erkannt werden, was "neu dazu gekommen ist". Das Objekte müsste dann gezielt mit der Unterwasserdrohen und Rettungstauchern untersucht werden, so die Theorie. Auswertungen und enorme Nacharbeit laufen hierzu bereits, was alles unter dem Deckmantel des Ehrenamts läuft.

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Da die Wasserwacht Cham keine Genehmigung für den Eixi hat, erklärten sich die Kameraden der DLRG Rötz mit Jürgen Häusler als Technischer Leiter kurzerhand bereit, hier den Beantragungsprozess zu beschleunigen und das Boot der Rötzer Wasserretter zu verwenden.

In der Früh um 0900 war der Treffpunkt. Kurze Übungsbesprechung und schon ging es rasch los. Das mobile Sonargerät der Chamer wurde auf da Aluboot der DLRG gebracht und montiert. Durch die einfachen Stellschrauben ist es möglich, die Unterwasserortungsarchitektur (Geberstange mit Sonarkristall) an jedem festen, statischen Material zu befestigen. Eine Montagevorrichtung für ein Schlauchboot wird über den Winter gebaut.

Das Boot der Wasserwacht Neunburg v. Wald wurde ins Wasser gesetzt und drehte bereits seine Kreise. Die Neunburger Wasserretter bekommen demnächst ein neues Boot mit einem festen Sonargerät. Stefan Dirnberger, Vorstand der Ortsgruppe Neunburg, wurde mit Teilen seines Teams eingeladen, einen Blick auf die Möglichkeiten zu werfen. Sehr dankbar kam er auch der Einladung nach.

Mit 5km/h startet der DLRG Bootsführer Michi, Axel Müller (Teammitglied der Unterwasserortung WW Cham) und Alex Schramm die Aufzeichnung des Sonars an der nördlichen Staumauer. Schleifenförmige Abtastung des Untergrunds ist auch im Einsatzfall die Vorgehensweise und muss auch beherrscht werden. Großartige Anweisungen brauchten hier nicht gegeben werden, denn Michi zog eine perfekte Schleife nach der anderen. Verpflegung auf dem Boot gehörte natürlich auch dazu, welches von der OG Cham gestellt wurde.

Da der Eixendorfer See eine ungefähre Größe von 100 Hektar hat, ist es unmöglich, den ganzen See an einem Tag oder in wenigen Stunden zu vermessen. Bis ca. 14 Uhr waren die Wasserretter unterwegs um das Wichtigste, den Bereich um die Brücke, zu vermessen.

Nicht nur die Vermessung stand bei der Aktion im Vordergrund, sondern auch die Einarbeitung und Schulung neuer Teammitglieder, hier Axel Müller. Alex Schramm informierte: "Wir können nicht alles selber machen als Leiter oder Spezialisten, sondern müssen unser Wissen verteilen. Durch 2 Theorieschulungen in 2020 und mehreren Praxisschulungen an unterschiedlichen Gewässern im Landkreis Cham haben wir es heuer geschaft einen guten Wissensstand und die SEG Unterwasserortung in Cham auszubauen. Aber wird sind lange noch nicht am Ende und haben noch viel vor. Die Jahresplanung für 2021 steht bereits." Es gilt dabei nicht nur das Sonar zu kennen und die gewonnenen Bilder zu interpretieren oder auch die Unterwasserdrohne, sondern dass auch die Bootsführer geschult werden, auf Kommando zu drehen, Geschwindigkeit zu halten bei jedem Wind und Wetter.

Sebastian Bach (WW Cham, Leiter SEG UW-Ortgung (Technik)) und Technischer Leiter der Kreiswasserwacht Schwandorf, Roland Vogt, statteten dem Wasserrettungsteam aus DLRG und Wasserwacht einen Kurzbesuch ab.

Großes Danke an alle Beteiligten ist natürlich selbstverständlich.

Für die Wasserwacht Cham und deren SEG Unterwasserortung geht es im Oktober weiter mit Vermessungen am Drachensee und Silbersee. Auch steht ein Treffen mit der Sonargruppe aus Augsburg schon fest, wo enormer Erfahrungsaustausch stattfinden wird.